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Tagesspruch/Info

Mittwoch, 8. Juni 2011

Dienstag, 17. November 2009

 

Videos der Stiftskantorei auf "Youtube":

 

Oblivion

Gloria Dios

(aus der "Misa Criolla")

Primavera

La última curda

(Bandoneon-Solo

Ana Escalada)

Che Bandoneon

(Bandoneon-Solo

Ana Escalada)

La Yumba

Bandoneon   Ana Escalada

Saxophon     Simon Lindner

Querflöte      Christiane P-L

Klavier          Jürgen Lindner

Johann Sebastian Bach (Bild anklicken)

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Das Sterben des Bruno Braunbär, ein Drama

Der ausgestopfte Bär Bruno (26.6.2006 erschossen)

Im Gebirge hin und her

lief dereinst ein brauner Bär.

Liebes Bärlein, gib gut acht!

Schnappauf den Garaus dir macht!

 

Das Bärlein tat verzagen,

es meldet' sich der Magen.

So riß er sich ein Schaf

und fiel danach in Schlaf.

Der Bär, der träumt vom Wienerwald,

der Jäger liegt im Hinterhalt!

 

Am nächsten Morgen, als der Bauer sein entwertetes Kapital liegen sah, fiel ihm im Geiste das Geld aus der Tasche, und er wurde sauer:

"Ich lass mir's nicht gefallen,

ihr müsst den Bär'n abknallen!"

 

Schnappauf, am Stammtisch, kam die Idee:

"So tut dem Bären weh!

Euch Jägern tut es gut,

wenn spritzt des Bären Blut!

Schießt ihm nicht in die Zunge,

trefft Leber und die Lunge!

Dem Bären ist das Frust,

dem Jäger ist es Lust!

Ich lass euch gern gewähren,

schießt mir nur ab den Bären!"

 

Eröffnet ist die Bärenhatz,

mit viel Trara und viel Rabatz.

Liebes Bärlein, gib gut acht,

gleich des Jägers Büchse kracht!

 

So zog der bayerische Jägersmann

seinen Gamsbart und den Mantel an,

schnallt' das Gewehr auf den Rücken,

sein wohlfeiles Weib tät das entzücken:

"Gib dem Bären Hiebe,

das steigert meine Liebe!

Ich hab 'nen richt'gen Mann,

der auch noch schießen kann!"

 

Es ist ihr nämlich klar,

dass das nach außen fließende Blut

das im Jägersmann innerlich fließende Blut in Wallung versetzt,

ja, eine aphrodisierende Wirkung hat.

Und das Blut eines Bären verspricht Aufregendes!

 

Mit einem fröhlichen Jodler auf den Lippen zogen die Jägerlein über die sieben Berge Bruno, dem Braunbären entgegen -

wer hat schon das Vergnügen, einen lebendigen Bären zu erlegen?

Mammuts und Bären sind beide ziemlich selten!

Mit steil aufgerichtetem Gamsbart erklommen sie die Höhen und Wälder,

erregt erwartend den finalen Schuss. Waidmannsheil! Waidmannsdank!

 

Rabong rabagadong, da kommn die Jäger schonn,

sie schießen und sie krachen und machen solche Sache.

Sie laufen und sie eilen und können nicht verweilen,

sie wolln den Bären schießen, in Wald, Feld, Flur und Wiesen!

Rabong rabagadong, da kommn die Jäger schonn.

 

Der Jodler übrigens, der geht so (im forsch ausgreifenden Marschschritt, mit knackigen Lederhosen und strammem Rhythmus in den Waden):

 

1. Joholdi dudido, Schnappauf, ich dank dir so!

    Joholdi düldidald, den Bären schieß ich bald!

    In die blauen Berge klettern wir,

    und wir schießen jedes Tier.

 

2. Joholdi dudido, wo ist der Bär nur, wo?

    Joholdi düldidald, gleich meine Büchse knallt!

    Naturschutz schert uns einen Dreck,

    das Schießen ist der Lebenszweck!

 

3. Johold dudido, der Bär kommt nicht in'n Zoo,

    Joholdi düldidald, wir schießen ihn im Wald.

    Bruno, Bärlein, gib gut acht,

    gleich endest du in einer Schlacht!

 

Das Bärlein, das mußt' sterben,

es lief in sein Verderben!

 

Epilog:

Das Ende vom Lied ist uns bekannt, das Problem Bruno Braunbär ist gelöst. Ausgestopft steht er nun da als ein rechtes Siegeszeichen der überlegenen Intelligenz und christlich tradierten Moral der zu recht als "Krone der Schöpfung" sich empfindenden Spezie "Mensch", besonders der Bayern, und als Symbol dafür, dass wir unsere Zukunft getrost Politikern anvertrauen dürfen, ja sollten!

 

Aber oje, Schnappauf am Stammtisch hat eine neue, geniale Eingebung: Es wurde ihm von den Jägern verkündet, dass die Wahrscheinlichkeit, durch ein Auto zu Schaden zu kommen, genauso groß sei, wie durch einen Bären!

 

Deshalb möchte er, als Weihnachtsüberraschung an die Jäger, ab 24. Dezember die Jagd auf die Autofahrer frei geben. Denn die Sicherheit des bayerischen Bürgers liegt ihm am Herzen, und wenn ein bayerischer Bürger durch ein Auto oder durch einen Bären zu Schaden käme, schlüge es ihm auf die Leber!

 

 

Zur Erklärung:

Diese 2006 entstandene Satire schrieb ich aufgrund der großen Enttäuschung, dass man sich mit dem in Bayern eingedrungenen Bären, den man bald "Bruno" nannte, offensichtlich nicht anders zu helfen wusste, als ihn abzuschießen.

 

Merkwürdig war, dass man ihn nicht entdecken konnte, solange es darum ging, ihn einzufangen, aber sobald er zum Abschuss freigegeben war, war das in kürzester Zeit erledigt.

 

Es steckt aber noch mehr dahinter: sind wir "zivilisierten" Menschen nicht in der Lage, in den großen Alpen ein wildes Tier auszuhalten? Muss die ganze Natur kultiviert sein? Der Bär war für mich irgenwie ein Symbol für ein Stück Natur, das zurück wollte, und es bohrt in mir die Frage: Ist es uns Menschen wirklich nicht möglich, mit der Natur im Einklang zu leben?

 

Zornig hat mich gemacht, dass ausgerechnet der damalige Umweltminister Bayerns, Werner Schnappauf, den Abschuss freigegeben hat.

 

Vielleicht ist sie schon ein bisschen frech, aber ich konnte nur deshalb etwas auf "die Bayern" wettern, weil ich selbst ein Bayer bin... ich weiß, wir Bayern sind stolz, Bayern zu sein, und empfindlich...